Video: Streiten ist eine Superpower.

Ich habe hin- und herüberlegt, ob ich dieses Video hier teile; aber dann dachte ich: warum nicht! Denn die Aussage ist kompakt, relevant und mein Charakter kommt genau so raus, wie er tatsächlich ist (for better or for worse).

Entstanden ist das Video im Rahmen eines Kameratrainings, das der BR während der Veranstaltung „Wissenschaft trifft Medien“ (mehr dazu später hier) mit Journalistin, Autorin und Moderatorin Caro Matzko entstanden ist. Wir hatten einen kurzen Input, dann wurden wir vor die Kamera geladen und gebeten, die Frage „Was ist das größte Missverständnis in deiner Forschung“ zu beantworten.

Was ist mir direkt eingefallen? Die Aussage „Streiten macht alles schwerer.“ – ich höre den Satz immer häufiger und verstehe wo er herkommt – aber er ist mindestens ambivalent, wenn nicht gar Grund falsch: wir brauchen streit. Widerspruch, Reibung und unterschiedliche Perspektiven gehören zu lebendigen Beziehungen – und zu einer lebendigen Demokratie. Das Problem beginnt dort, wo Konflikte uns trennen, Gespräche abbrechen oder wir einander gar nicht mehr zuhören.

Ich arbeite außerdem gerade an einem Akronym, was helfen kann, Streiten besser auszuhalten. Der Arbeitstitel lautet ‚PAUSE‘ – Mit PAUSE geht es nicht darum, Streit zu vermeiden. Sondern darum im Gespräch zu bleiben, Unterschiede auszuhalten und Konflikte so zu führen, dass Beziehung und Austausch möglich bleiben.

Streit-Framework: PAUSE (Arbeitsversion)

P – Pause: Nicht sofort reagieren.
A – Acknowledge: Die andere Perspektive wahrnehmen.
U – Understand: Verstehen, was hinter dem Widerspruch steckt.
S – Stay: Im Gespräch bleiben, auch wenn es unbequem wird.
E – Engage: Unterschiede offen und konstruktiv austragen.

Aber genug Vorrede – hier das Video: