Seit 1. Oktober 2019 bin ich offiziell Promotionsstundentin an der Universität der Künste Berlin im Feld Sozialpsychologie. Und werde dabei von der Stiftung der Wirtschaft (sdw) als Stipendiatin gefördert (> mehr zu mir gibt es hier).

Mich interessiert die Motivation populistischer Bewegungen, die politische Debatten prägen und öffentliche Diskurse polarisieren. Die ihnen eigene Rhetorik, die Akzentuierung von Abgrenzungen (z.B. zwischen einer politischen Elite und dem ‚gemeinen Volk’), der Vorzug von Emotionen vor Fakten sowie die Dramatisierung als kommunikative Geste spalten die Gesellschaft. Wichtig: Dies betrifft vor allem aber nicht nur rechtspopulistische Bewegungen.

Ich möchte dabei weg von der Beschreibung hin zum Verständnis des Prozesses dahinter: Was beeinflusst die Motivation von populistischen Bewegungen? Im Ergebnis möchte ich damit Interaktionsstrategien statt Reaktionsstrategien anbieten, die fern von allgegenwärtiger Abwertungsrhetorik einen reellen Austausch ermöglichen. Ausgangspunkt dafür sind die psychologischen Prozesse, die Menschen in populistischen Gruppen bewegen, vor allem die öffentlich artikulierte Forderung nach Freiheit und Kontrolle.

In einer ersten Studie habe ich mich nun mit diesem Grundmechanismus beschäftigt. Mit Hilfe eines online-Fragebogens bin ich der Frage nachgegangen, welchen Einfluss der Entzug von Freiheit auf die politische Einstellung hat und welche Rolle das Gefühl von Zugehörigkeit in dieser Gemengelage hat. Die Datenerhebung ist just abgeschlossen. Sobald ich erste Ergebnisse habe, veröffentliche ich sie hier.

Ich stehe mit meinem Projekt noch immer am Anfang. Vielleicht sitze ich in Teilen auch noch immer einer Weltrettungsrhetorik auf. Ich bin aber sehr offen mit Euch und Ihnen über meine Gedanken und Ansätze ins Gespräch zu kommen. Ich bin davon überzeugt, dass das immer die Grundhaltung sein sollte, mit der man der Welt begegnet.

(Stand Mai 2020)

_Schlüsselbegriffe
Populismus | Gruppenmotivation | Sozialpsychologie | Theorie Psychologischer Reaktanz | Kommunikationspsychologie | Interdisziplinarität | Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation

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